Ägypten ist ein magisches und hochenergetisches Land, in dem Licht und Schatten entsprechend intensiv auftreten und eng beieinander liegen. Auch wenn einem das bewusst ist, kann man sich gegen Unangenehmes nicht wirklich wappnen, da die Umstände auf einer Reise oft auf ganz eigene und unerwartete Art eintreten können. Also freut man sich einfach auf alles Schöne, so haben wir es gemacht.

Akklimatisiert haben wir uns gar nicht erst lange…Immerhin galt es diesmal einen Zeitplan einzuhalten, der mit zehn Tagen Zeit für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten dieses voll gestopften Landes nicht gerade sehr großzügig war. Also rein in ´s Geschehen.
Die Bilder dieses Artikels sind ein „Best of“ und zeigen ein paar der schönsten Eindrücke unserer Reise durch das Land am Nil und seine Kultur.
Zuerst hatten wir zwei Tage Kairo mit Besichtigung der Pyramiden, des Ägyptischen Museums und der islamischen Altstadt. Das Gedränge am New Yorker Times Square ist ein Kindergeburtstag gegen die wahnsinnige Geschäftigkeit, die auf den Straßen und Gehsteigen von Kairo vor allem in den Abendstunden herrscht. Nur zwei Tage mit dichtem Programm kosten da schon einiges an Kraft.

Al Azhar Moschee

die Sphinx

die Pyramiden von Giseh

Violeta auf der Cheopspyramide

...und beim obligatorischen Kamelritt
Von Kairo ging es mit dem Nachtzug zwölf Stunden und knapp 1000 km südwärts nach Assuan. Zwei Tage in Assuan mit Besuch der Tempel von Abu Simbel und der Insel Philae, beides wunderbare Anlagen der alten Ägypter, die Auge und Herz gleichermaßen berühren.

Abu Simbel

Säulengang des Isis-Tempels auf der Insel Philae

In Assuan bestiegen wir eine Felucca, ein traditionelles Segelboot am Nil. Eine hautnahe und wohl die authentischste und angenehm-gemütlichste Art, den Nil zu erleben. Zwei Passagiere, ein Kapitän und ein Koch. Zwei sehr angenehme und ruhige Tage! Ein wahres Highlight einer jeden Ägyptenreise! Eines meiner schönsten Erlebnisse jemals ist die Nachtfahrt, die wir gemacht haben. Lautloses dahingleiten am spiegelglatten Nil in der Dunkelheit, angetrieben von einer warmen Brise - Tränen der Freude und des Glücks, Dankbarkeit.

Felucca am Nil

gemütlich und interessant


ein Must - das Bad im Nil, Wasser aus Äthiopien
Von der Felucca ging es weiter nach Luxor, die legendäre Stadt am Nil und intensivstes Ballungszentrum von archäologischen Sehenswürdigkeiten der obersten Qualität. Wir haben uns hier auf die allerwichtigsten Plätze beschränkt, da man die eigene Aufnahmekapazität nach einer Woche der täglichen Besichtigungen leicht überstrapazieren kann. Luxor war nicht nur ein Höhe- sondern auch der Schlusspunkt unserer Besichtigungstour.

Tempel von Karnak

die prächtige Säulenhalle

Ramses, Habibi und ich

Luxor Tempel am Abend

die Memnon-Kolosse am Westufer

der prächtige Hatshepsut-Tempel in beeindruckender Kulisse


So kann ich jetzt mit Freude und wieder mal als erfolgreicher Reiseleiter sagen, dass wir den wohl anstrengenderen Teil dieser Reise richtig gut gemeistert und genossen haben und schon in Dahab am Golf von Aqaba sind – Tauchen, gut essen, gemütliche Atmosphäre, Ruhe und Frieden, ein gemütliches Quartier, Sonne und Meer.
Ahja, ich muss noch auf den Titel des Artikels zurückkommen. Ja, der Schatten ist recht präsent in Ägypten und prüft einen ständig…nicht nur in den unzähligen Begegnungen mit den extrem penetranten und gierigen Keilern und Touristenabzockern. Die haben uns eh recht kalt gelassen. Dafür sind ein paar andere „interessante“ Situationen aufgetreten, die hier noch einmal festgehalten werden. Gott sei Dank musste es nicht schlimmer kommen und wir wurden nicht wirklich aus der Bahn geworfen.
Schon am zweiten Tag war es recht spannend…wir waren ja auch bei den mächtigen Pyramiden von Giseh. Eigentlich wollte ich eh nicht unbedingt in die große Cheopspyramide einsteigen, dennoch hab ich dann eines der begehrten und limitierten Tickets in der Hand gehalten und mich mit Violeta am Einstieg angestellt. Ich durfte vorerst nicht rein und musste draußen ein paar Minuten warten, während Violeta drinnen in dem engen und heißen Gang schon mit einer ordentlichen Klaustrophobieattacke zu kämpfen hatte und sich nicht von der Stelle rühren konnte. In der „Grabkammer“ konnte sich die Beklemmung dann aber lösen und dem guten Eindruck weichen; dennoch waren wir froh, als wir wenig später wieder das Tageslicht sahen.

vor dem Einstieg
Am Rückweg von den Pyramiden kam es noch dicker. Violeta bestand unbedingt darauf, im Taxi hinten rechts zu sitzen. Da hat sie noch nicht gewusst, dass irgendein Verrückter einen Stein nach uns durch die offene Fensterscheibe werfen wird. Unverständlich und alles andere als normal: ein marillengroßer Stein knallt ins Auto, prallt irgendwo ab und fliegt gegen Violetas Schlüsselbein. Als wir realisiert hatten, was geschehen war, waren wir schon etwas geschockt. Mit einer schmerzhaften Wunde fuhren wir heim ins Hotel. Ich war sehr stolz auf Violeta, dass sie durch die unangenehme Sache nicht zornig oder ängstlich wurde, sondern ihre Freude über den Pyramidenbesuch und die weitere Reise ziemlich ungetrübt blieb. Die Verletzung war nicht so schwer ausgefallen, die Schutzengel haben auf uns aufgepasst…und vielleicht war Violeta meiner, als sie sich rechts von mir hingesetzt hat.

noch mal gut davongekommen
Noch am selben Abend war ich dann aber doch dran. Im Nachtzug erster Klasse hat mein süßes Blut den Appetit der Wanzen geweckt. Die dreckigen Blutsauger mussten wohl direkt unter meinem Sitz ihr Hauptquartier gehabt haben. Ein paar Stunden war ich wachsam und konnte einige der immer einzeln auftauchenden Luder killen, nachdem sie mich gebissen hatten. Die anderen Passagiere im Abteil blieben weitgehend verschont. Irgendwann weit nach Mitternacht bin ich dann aber auch erschöpft eingeschlafen…in der Früh waren vor allem meine Hände aber auch der Rest meines Körpers mit Wanzenbissen übersäht (sicher an die 100 Bisse) und es sollte sich herausstellen, dass diese nach einem halben Tag für ca. eine Woche wahnsinnig zu jucken begannen. Schweinerei, aber wenigstens gehen Wanzen wieder heim in ihr Nest und bleiben nicht an der Theke hängen, wenn der Durst gestillt ist!

Unbehagen
Die „Parasitenthematik“ sollte sich fortsetzen…Auf der Felucca bemerkten wir Gott sei Dank erst gegen Ende, dass wir das Boot, vor allem aber die „Kombüse“ (siehe Foto) und wohl auch unsere Essenszutaten mit unzähligen Kakerlaken teilen mussten, die bei Dunkelheit aus ihren Verstecken quollen. Violeta war gleich doppelt froh über das von der Reiseleitung (das bin ich) zur Verfügung gestellte Equipment - Schlafsack und Moskitonetz.

der Smutje beim Kochen, nicht gerade sauber

Es gäbe genug Möglichkeiten in Ägypten um sich in Ärger zu verlieren und man sieht auch sehr viele extrem genervte Reisende, die fast und teilweise tatsächlich vollkommen durchdrehen. Violeta ist bei allen Störfaktoren nicht einfach nur cool geblieben, sondern hat ihre Aufmerksamkeit wirklich sehr schön auf die positiven und freudvollen Dinge gerichtet. Dass es mit ihr reisetechnisch recht unkompliziert werden würde, das hatte ich mir schon gedacht. Aber auf so einer Reise durch ein fremdes Land mit komplett anderer Mentalität, Kultur, Essen, Hygienestandards, etc. steht man doch regelmäßig vor Situationen, die die Nerven, die eigene Toleranz, die Loyalität und vor allem die gute Laune auf die Probe stellen können.




Violeta hat ihre Feuertaufe als Individualreisende wirklich mehr als bravourös bestanden! Und das auf dem oft schmutzigen und nicht ganz einfachen Pflaster Ägypten, das von Europäern nicht ohne Grund vorzugsweise im Schutz einer Reisegruppe bereist wird. Violetas „Meisterstück“ war zu guter letzt die 20 Stunden dauernde Busfahrt nach Dahab, die sie quasi im Schlaf vergehen hat lassen, wie es sonst nur der Nane kann. Super! Grünes Licht für den Rest der Welt!

Gut gemacht!!! Als ob das nicht klar gewesen wäre...
Google Maps







































































Tikal ist so riesig und hat dermaßen viele großartige und auch kleine, versteckte Plätze, dass es am schönsten ist, sich hier alleine aus der eigenen Eingebung von Ort zu Ort führen, um immer wieder Neues zu entdecken. So kann man wohl hundert Mal nach Tikal gehen, und es wird jedes Mal anders sein…






















